Grabhügelfeld und Römerstraße

Teilstücke der sog. Isartalstraße

Bodendenkmäler zwischen Gut Häusern und dem Esterhofer Holz  

Am Südrand des Esterhofer Holzes verlief einst eine bedeutende römerzeitliche Straße (sog. Isartaltrasse). Diese verband um 100 n. Chr. die rätische Provinz-Hauptstadt Augsburg mit dem Kastell Moos-Burgstall am Donaulimes. Nördlich von Riedenzhofen durchschneidet diese Trasse ein Grabhügelfeld, das viel früher, in der mittleren Bronzezeit ca. 1600 – 1300 v. Chr. oder der Hallstattzeit ca. 750 – 450 v. Chr., angelegt worden war.

Davon haben sich sechs Hügel hervorragend erhalten – weitere einzelne Hügel liegen etwas nordöstlich der Gruppe. Die Grabmonumente der Oberschicht sollten für die Nachwelt gut sichtbar sein. Ihre Lage nahe der späteren römischen Straße könnte darauf hinweisen, dass hier vielleicht schon früher ein Weg verlief. Der kleine Friedhof konnte sich im Wald durch die dort weniger intensive Bodenbewirtschaftung erhalten.
Ein amtliches Verzeichnis von 1839 weist bei Riedenzhofen „20 Grabhügel in einem Kreise“ aus.
Die sechs, heute noch am besten erhaltenen Grabhügel, bilden einen Halbkreis.
Etwa einen Kilometer weiter westlich, und fast auf gleicher Höhe wurden bei einer archäologischen Grabung im Jahr 2017 Reste einer Siedlung aus der frühen und mittleren Bronzezeit ca. 1800 – 1300 v. Chr. freigelegt. Vielleicht bestatteten die Bewohner der Siedlung ihre Toten in den Grabhügeln bei Riedenzhofen.         

Grabhügel im Esterhofer Holz

Standort „GRABHÜGELFELD UND RÖMERSRSTRASSE“
nördlich Riedenzhofen
Gemeinde Röhrmoos
Tafelstandort-Koordinaten
DEZIMAL 48.350093 11.447291
UTM 32U 681312 5358107

Standort Infoschild im Bayern-Atlas

Nachweis für eine wesentlich frühere Besiedlung der Region ist der Einzelfund eines neolithischen Steinbeils 84×50 mm (Walzenbeil in Art der Altheimer Kultur) 1) aus dem Ortsteil Häusern. Die Kulturstufe der Altheim Kultur bestand im Zeitraum ca. 3800 bis ca. 3400/3300 v. Chr. im Alpenvorland zwischen Lech und Inn, mit Verbreitungsschwerpunkt im Gäuboden und der südlichen Oberpfalz. 2) 

Die Menschen damals betrieben bereits seit 1.500 Jahren Ackerbau und Viehzucht.

1) „Kulturgeschichte des Dachauer Landes“, Band 4,
Dr. Marita Meisenheimer: Vor-und Frühgeschichte, Dachau 1992, S.105
2) „Archäologie in Bayern – Fenster zur Vergangenheit“, herausgegeben
von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. in Verbindung mit
Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, zusammengestellt von Dr. C.
SebastianSommer, Regensburg (Pustet), 2006, S.82

Steinbeil aus der Jungsteinzeit (Neolithikum) - Knieholzschäfzung: Ernst Ehorn

Der gesamte Bereich des vorgeschichtlichen Friedhofs ist Bodendenkmal, das es zu schützen und zu erhalten gilt.

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