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Hutter-Museum Großberghofen Förderverein Hutter-Heimatsammlung e.V.
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Zum Tag der Regionen  2021

Neue Genüsse in karger Zeit
Beitrag für die SZ, Lokalteil, vom 4.9.2021
Viele Deutschstämmige mussten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat in den östlichen Ländern wie z.B. Rumänien, Ungarn oder Polen vor der heranrückenden russischen Armee als Flüchtlinge verlassen. Nach Kriegsende wurden Deutsche in großer Zahl aus den Ländern im Osten, z.B. aus Jugoslawien oder aus der Tschechoslowakei vertrieben.

12 Millionen Menschen kamen in das zerstörte Deutschland und wurden zwangsweise in Dörfern und Städten bei den Bewohnern einquartiert. Da wurde es eng in den Häusern und Wohnungen. Die Neubürger sprachen zwar die gleiche Sprache, brachten aber doch eine andere Kultur und Lebensweise mit, das führte oft zu Spannungen.
Die Zugezogenen aus dem Osten brachten auch eine andere Esskultur mit.
Für die Gerichte aus der ehemaligen Heimat wurden die Zutaten mühsam beschafft. In Bayern waren nämlich damals viele Früchte und Gemüsesorten unbekannt oder wurden bisher nicht verwendet, wie Mohn, Mais, Knoblauch, Paprika, Kürbis, Auberginen oder Melonen. Allmählich fanden sie den Weg in Gärten, Läden und Kochtöpfe.
2009 stellte eine Ausstellung im Hutter-Museum dar, was die Menschen, die nach 1945 als Flüchtlinge oder Vertriebene nach Großberghofen gekommen waren, kulinarisch Neues mitgebracht hatten.
Viele handgeschriebene Familienrezepte waren auf der Flucht aus der Heimat mitgenommen und in Ehren gehalten worden.
Jede Landsmannschaft verfügte über spezielle Rezepte, die die Erinnerung an die alte Heimat und ihren Geschmack bewahrten. So setzte man der verlorenen Heimat ein kulinarisches Denkmal. Stolz wurden diese Rezeptsammlungen für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Einheimische interessierten sich allmählich auch für Speisen wie Bowidltatschkerl, Schlesisches Himmelreich, Donauschwäbische gefüllte Paprikaschoten, Djuvec aus der Batschka, Siebenbürger Grammelbogatschen oder Banater Topfenpalat-schinken, um nur einige zu nennen. Dazu kamen viele leckere Kuchen- und Torten, die ursprünglich aus der Tradition der „Mehlspeisen“ aus Österreich-Ungarn stammten, wie z.B. Crempita.
Die Küche des Sudetenlandes, des Balkans oder Ungarns hielt damals langsam Einzug in Bayern und bereicherte den kargen Speiseplan der Nachkriegszeit.
In Bayern und ganz Deutschland ernährt man sich heute weltoffen und sehr vielfältig. Dieser Austausch und das Interesse an der Esskultur der Zugezogenen trägt bis heute im weitesten Sinn schließlich auch zur Integration der Neubürger bei.

 

Öffnungssonntage 2021:
14.03.,02.04.,11.4.,09.05.
16.05., 13.06. , 11.07.,08.08.
22.08., 12.09.,10.10.,14.11.,
05.12.,
jeweils 14 -17 Uhr

Hier finden Sie uns:

Hutter-Museum

Großberghofen
Walkertshofener Str. 14
85253 Erdweg

Am Sonntag 12.09. gilt die 3G-Regel. Kinder brauchen nicht getestet zu sein.

Zum letzten Mal Kinderferienaktion 2021!

 

 

An Veranstaltungstagen

bieten wir zur Stärkung

Kaffee und Kuchen.
 

Kinder finden beim Museum
einen schönen Spielplatz.

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